Historisches

Erbaut 1926

In der Rekordzeit von 15 ½ Monaten entstand das Zweite Wiener Zentral-Fortbildungsschulgebäude in der Hütteldorfer Straße 7-17. Damals das modernste Schulgebäude seiner Art in Europa. Dieses neue Schulhaus war ursprünglich vor allem für die holzverarbeitenden Gewerbe und zwar für Fachschulen für Tischler, Zimmerer, Wagner, Faßbinder, Klavierbauer, Drechsler und Tapezierer gedacht.

Kosten des ersten Teilabschnittes:

Dieser erste Teilabschnitt des Neubaues konnte am 25. September 1926 mit einem Kostenaufwand von 7.164.000 Schilling fertiggestellt werden.

Somit konnten 13 Fachschulen, und zwar für Bürsten- und Pinselmacher, Dachdecker, Faßbinder, Industriemaler, Keramiker, Klavierbauer und Instrumentenmacher, Korbflechter, Lithographen, Stein-, Licht- und Kupferdrucker, Chemigraphen und verwandte Gewerbe wie Stukkateure, Vergolder, Wagner, Zimmerer und Tischler geschaffen werden. Die dafür vorgesehenen 3 525 Schüler wurden in 118 Klassen untergebracht. Den Hauptanteil hatten die Tischler mit 2 452 Schülern. Der Unterricht in dem fertiggestellten Trakt wurde am 1. Oktober 1926 aufgenommen.

1927 erfolgte der 2. Bauabschnitt:

Fertigstellung des gesamten Bauvorhabens. Mit einem Kostenaufwand von 650.000 Schilling war es möglich geworden, auch die Fachschule für Anstreicher und Lackierer, Schilder- und Schriftenmaler, Drechsler, Tapezierer, Zimmerer und Dekorationsmaler mit zusammen 1 805 Lehrlingen in 58 Klassen unterzubringen. Der Unterricht konnte im Oktober 1927 beginnen. Demnach beherbergte das neue Haus insgesamt 19 gewerbliche Fachschulen (Fortbildungsschulen).

Die 5.330 Lehrlinge fanden in 176 Klassen Aufnahme. Außerdem war dem Baukomplex ein mit allem Komfort ausgestattetes fünfgeschossiges Lehrlingsheim für die Unterbringung von 96 Lehrlingen angeschlossen. Die eigene Schulküche, die großen Eßräume für Schüler und Lehrer, die Erholungsräume sowie die sanitären Anlagen sind ganz besonders hervorzuheben.

Die Einplanung der großen Aula, des Festsaales, des Ausstellungssaales, der Bibliothek, des Physik-, Chemie- und Musiksaales sowie des großen Beratungssaales war ebenfalls sehr beachtenswert. Mit diesem Bau des Zweiten Zentral-Fortbildungsschulgebäudes, ausgestattet nach allen pädagogischen, technischen, kulturellen und auch hygienischen Erkenntnissen dieser Zeit, wurde der Berufsjugend eine hervorragende Bildungsstätte geschaffen.

Seit 1990 wurde das Schulgebäude auf den neuesten Stand renoviert und anläßlich der 75 Jahrfeier 2001 fertiggestellt.